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Published on September 27th, 2014 | by Matthias Lindl

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Und dann hatte ich Typ 1 Diabetes

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Heute geht es in der Diabetes Blog Woche um den Tag der Typ 1 Diabetes Diagnose. Wie war das für mich? Wie ging es weiter?

Nichtsahnend sitze ich in der Schule. Meine erste Ausbildung befindet sich in den letzten Zügen und ich habe eine Menge zu tun bevor es an die Prüfungen geht. Nach ein paar Stunden in der Schule bemerkte ich das irgendwas komplett anders ist. Ich kann irgendwie nicht mehr wirklich gut gucken. Ich trinke viel viel mehr als ich es sonst tue und laufe auch andauernd auf die Toilette. Das kann doch so nicht richtig sein. Nach der Schule erzählte ich meinen Eltern davon und wir hatten schon eine wage Ahnung, was das nun bedeuten könnte. Es ging rüber zu meinem Hausarzt, der natürlich auch irgendwo ein Blutzuckermessgerät liegen hat. Wir haben meinen Blutzucker gemessen und das Gerät gab uns ein freundliches Hi zurück. Ich ahnte schon das das nichts gutes zu verheißen hat. Also ging es zusammen mit meinem Vater und einer Flasche Wasser in der Hand ab ins Krankenhaus, wo wir selbstverständlich etwas warten durften. Einige Zeit verstrich und wir kamen endlich an die Reihe. Wir erzähltem den Doc die ganze Geschichte und dann war klar was los war. Ich hatte bestimmt Typ 1 Diabetes. Ich wurde also sofort im Krankenhaus behalten und bekam ein Zimmer etc. Aus Versicherungstechnischen Gründen wollten sie mich in einem Rollstuhl aufs Zimmer bringen, aber da hatte ich absolut keinen Bock drauf. Immerhin konnte ich doch noch selbst laufen und hatte auch funktionierende Beine… Ich weiß noch, dass bei meinem ersten Laborwert eine 600 stand. Das ist sicherlich nicht so hoch wie bei vielen anderen. Ketone hatte ich auch noch keine, also hatte ich eigentlich wirklich Glück, da ich wohl über einen Zeitraum von 3 Monaten mit ca. 450 mg/dl herumgelaufen bin.

In den nächsten Tagen im Krankenhaus wurden natürlich viele Tests gemacht. Selbst machen durfte ich leider noch überhaupt nichts. Weder selbst spritzen noch selbst meinen Blutzucker messen. Ärgert mich bis heute :(. Ich muss aber ehrlich gestanden sagen, dass ich nie einen Tag im Krankenhaus hatte, an dem ich irgendwie im Selbstmitleid ertrunken bin und mich gefragt habe, warum ich denn nun Diabetes Typ 1 haben muss. Es war wirklich von Anfang an okay für mich denn ich wusste, ich könnte daran nun sowieso nichts mehr ändern. Umso schneller ich es akzeptiere, umso besser ist es mir möglich gut damit umzugehen. Das zog ich auch so durch, bis heute. Außerdem wusste ich, das meine älteste Schwester die auch Typ 1 hat nun jemanden zum Austauschen hat und nicht mehr alleine im Boot sitzt. Das motivierte mich zusätzlich das Beste aus der Situation zu machen.

Klar, ich hätte mit Sicherheit auch gern auf Typ 1 verzichtet. Aber hey, it´s how it is!

Im Krankenhaus musste ich allen erst einmal klarmachen, dass ich nicht die angesetzten 2 Wochen dort bleiben würde, da ich meine Prüfungen zu schreiben habe. Das fanden die Ärzte natürlich nicht so großartig, aber wir einigten uns darauf, dass ich innerhalb einer Woche so schnell Eingestellt werde wie möglich und ich meine erste Diabetes Typ 1 Schulung einfach nach meinen Prüfungen mache, wenn ich den Kopf dafür frei habe. Ich verbrachte meine Zeit natürlich nicht wirklich damit, für meine Prüfungen zu lernen. Ich hatte glücklicherweise so gut wie jeden Tag Besuch von Freunden und meiner damaligen Freundin. Es ging mir also wirklich ganz gut, selbst im Krankenhaus.

Als ich dann aus dem Krankenhaus entlassen wurde ging es sofort an meine Prüfungen. Ich bestand diese zum Glück und das trotz Typ 1 Diabetes. Ich lebe seit diesem Tag damit, seit 4,5 Jahren habe den Diabetes schon. Ich werde auch weiterhin damit leben, genau wie ich es will. Ich werde mich auf keinen Fall von so etwas unterkriegen lassen, da bin ich aber auch nicht der Typ für. Ich bin nämlich Typ 1er und damit glücklich und stolz!

 

Wer möchte kann sich nochmal mein Draw my Diabetes anschauen, dort habe ich diese Geschichte einfach mal gemalt! Schauste hier!

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About the Author

Matthias ist ein Tech-Nerd, Tattoofreund und Typ 1 Diabetiker. Er schreibt über sein Leben in der Welt der Tattoos und des Diabetes.



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